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Familienportal Günzburg

24-Stunden-Betreuung

Betreuungskräfte aus Osteuropa und anderen Ländern sind inzwischen ein fester Bestandteil des deutschen Pflegealltags. Schätzungsweise rund 100.000 Frauen aus EU-Beitrittsländern wie Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Bulgarien arbeiten zurzeit in Deutschland. Sie wohnen in der Regel für einen Zeitraum von ca. drei Monaten bei den älteren, hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und übernehmen deren Versorgung und Haushaltsführung.

Die Kosten für eine derartige 24-Stunden-Betreuung sind abhängig von verschiedenen Faktoren (z.B. Grad der Pflegebedürftigkeit des zu Betreuenden, Deutschkenntnisse der Betreuungskraft usw.). Hinzu kommen in der Regel freie Kost, Unterkunft, Anreise- und Rückreisekosten.

Für eine wachsende Zahl von Familien mit hilfe- und pflegebedürftigen Angehörigen stellt dieses Angebot eine Alternative zu einer sonst notwendigen Heimbetreuung dar, mit dem Vorteil, dass die Pflegebedürftigen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Wie Angehörige dürfen ausländische Betreuungskräfte neben hauswirtschaftlichen Tätigkeiten auch bestimmte notwendige pflegerische Alltagshilfen verrichten.

In der Regel vermitteln Agenturen mit Sitz in Deutschland den Kontakt. Sie werben mittlerweile für ihre Dienstleistungen auch in der lokalen Presse oder sind im Internet unter dem Schlagwort „24-Stunden-Pflege“ oder „24-Stunden-Betreuung“ zu finden.

Darauf sollten Sie achten!

Sprache: Erfragen Sie beim Vermittler die Sprachkenntnisse der Betreuungskraft. Prüfen Sie das nach Möglichkeit in einem persönlichen Gespräch nach.

Personalauswahl: Vermittlungsagenturen sollten mindestens zwei Personenvorschläge machen, damit Sie auch eine Wahl haben.

Qualifikation: Erfragen Sie Qualifikationen der Betreuungskraft. Üblich sind Frauen mit Pflegeerfahrung. Eine klassische Pflegeausbildung haben die Frauen nur selten. Bei Vorliegen von Pflegebedürftigkeit ist deshalb ggfs. die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst notwendig bzw. sinnvoll.

Unterkunft: Die Betreuungskraft braucht ein eigenes Zimmer. Prüfen Sie, ob Sie genügend Platz zuhause haben. Sie müssen der Betreuungskraft Unterkunft und Verpflegung organisieren.

Urlaub: Kalkulieren Sie Urlaub und Ausfallzeiten mit ein. Vermittlungsagenturen sollten bei Krankheitsausfällen Ersatz stellen können, sonst müssen Angehörige einspringen.

Wechsel: Klären Sie vorab, wie lange die Pflegerin bei Ihnen arbeiten kann. Viele Vermittlungsagenturen wechseln ihr Personal häufiger aus.

Referenzen: Sprechen Sie mit Personen, die bereits Erfahrungen mit einer 24-Stunden-Betreuung gemacht haben oder lassen Sie sich vom Anbieter ggfs. Referenz-Adressen geben.

Schriftliche Regelungen: Lassen Sie sich schriftliche Infos und Unterlagen vorlegen und bestehen Sie auf den Abschluss einer schriftlichen Vereinbarung zu allen wichtigen Fragen und Einzelheiten, insbesondere zu den Kosten, zu sozialen Absicherung und Qualifikation, Aufgaben und Sprachkenntnissen der Betreuungskraft, zu Arbeits- und Freizeiten, Regelungen bei Unfall und Erkrankung und zum möglichen Wechsel der Betreuungskraft.

Ansprechpartner: Verbindlich benannt werden sollte Ihnen ein (regionaler) Ansprechpartner (mit telefonsicher Erreichbarkeit), der Ihnen und der Betreuungskraft vor Ort bei auftretenden Fragen und Problemen zur Verfügung steht.

Informationen: Weitere Informationen rund um das Thema 24-Stunden-Betreuung finden Sie im Internet sowie in verschiedenen hierzu erschienen „Sonderheften“ (z.B. der Stiftung Warentest, Sonderheft Spezial Pflege vom Juni 2015) oder wenden Sie sich an eine der regionalen Fachberatungsstellen.